Wohlfühlklima im Hotel - mit künstlicher Intelligenz

Best Practice • 26.06.2020 • Autor: Carsten Kreutze

Hotelgäste haben einen hohen Anspruch an den Klimakomfort. Nicht nur auf den Zimmern, sondern auch in den öffentlich zugänglichen Bereichen wie der Lobby oder den Konferenzbereichen ist Behaglichkeit ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Gäste. Zudem haben die verschiedenen Bereiche des Hotels sehr individuelle Anforderungen an die Klimatisierung, wo sich enorme Potenziale zur Energieeinsparung finden lassen. Im Gebäudebetrieb gibt es eine Reihe an Herausforderungen, die zu einem hohen Energieverbrauch führen. Viele Einflüsse spielen zusammen, hängen voneinander ab und kommen durch eine innovative Technologie ins Gleichgewicht.


Beispiel: Hotel Kameha Grand am Bonner Bogen in Bonn
 

Wo Einsparpotentiale schlummern

In den seltensten Fällen sind die klimatechnischen Anlagen exakt auf die tatsächlichen Anforderungen eingestellt und werden im Zeitverlauf kaum nachreguliert. Damit laufen sie nicht im optimalen Bereich, was einen hohen Energieverbrauch nach sich zieht. Dazu reagiert die Regelungstechnik üblicherweise nur auf Innenraumtemperaturen, Luftqualitätsmessungen usw., arbeitet also messwertbasiert. Die zukünftige Entwicklung im Gebäude wird nicht einbezogen. Diese ist vom Wetter, der Hotelauslastung sowie von Veranstaltungszeiten und -größen abhängig und ändert sich im Tagesverlauf. Und zuletzt hat das technische Personal so gut wie keine Zeit zur ständigen Betreuung der Anlagen, so dass sie kaum manuell geregelt werden. Die Klimatechnik wird anfangs eingestellt und läuft dann häufig konstant durch – und damit am eigentlichen Bedarf vorbei.

Veranschaulichen wir das einmal anhand von Tagungsräumen: Im regulären Betrieb, also ohne die Hilfe einer zusätzlichen intelligenten Regelung, läuft beispielsweise die Lüftungsanlage fast durchgehend auf Vollgas, und zwar ganz unabhängig davon, ob eine Veranstaltung stattfindet oder ob die Räume gerade nicht genutzt werden. Die Folge sind ein hoher Verbrauch und hohe Kosten, verschärft noch bei besonders großen und hohen Veranstaltungssälen. Gelüftet wird mit Strom und ist daher teuer, so dass man hier besonders viel einsparen kann.

Ein Gehirn für die Klimatechnik

Aber natürlich geht es im Hotel nicht einzig und allein um Kostenersparnis. Priorität Nummer 1 ist es, für das Wohlbefinden der Gäste und Mitarbeiter zu sorgen und das optimale Innenraumklima in allen Klimazonen sicherzustellen. Werden die Anlagen jetzt mit einem „Gehirn“ versehen, wird beides miteinander in Einklang gebracht.  Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erlernt energyControl das Verhalten von Hotelimmobilie und Anlagen, um vorausplanen und entsprechend der Umstände regeln und den Energiebedarf automatisiert anpassen zu können. In der Regel werden bis zu 30% Energie gespart, und zwar ohne manuellen Aufwand für das technische Personal oder die technischen Dienstleister, ohne aufwändige Umbaumaßnahmen. Durch die rein datengetriebene Technologie macht sich eine Investition bereits innerhalb des ersten Betriebsjahres bezahlt.  


Energieeffizienz mit Zukunftsblick

Der Energieverbrauch von Gebäuden wird erheblich von weiteren Faktoren beeinflusst, z. B. dem aktuellen Wetter, Wetterprognosen, Belegungsprognosen und der aktuellen Nutzungssituation. Deshalb werden diese Datenströme und Prognosen aktiv mit einbezogen. Außerdem werden Informationen aus dem Buchungssystem und die Veranstaltungsplanung mit der Klimatisierung gekoppelt.

Anstatt die Anlagen durchgehend laufen zu lassen fragt sich die intelligente Regelung dauernd: Wie viele Räume sind gebucht oder gerade leer? Welche sind wann wieder gebucht? Wie ist die Außentemperatur im Moment und wie wird die Sonneneinstrahlung in zwei Stunden sein? Darauf und auf viele weitere Faktoren, wie Anzahl der Gäste einer Veranstaltung, wird dann die Luftmenge sowie Wärme- und Kältebedarf der einzelnen Räume individuell abgestimmt.  Im Beispiel der Tagungsräume wird die Komforterfüllung auf die belegten Zeiten zugeschnitten, und bei leeren Räumen heruntergefahren. Die selbstlernende Technologie überblickt eigenständig ständig alle Faktoren und dreht an den richtigen Stellschrauben, was das Personal entlastet und die Beschwerden zum Raumklima immens verringert. 

Automatisiert CO2 und Energie sparen? Jetzt mehr erfahren.

Carsten Kreutze ist Geschäftsführer von Recogizer. Er hat umfangreiche Erfahrungen im Aufbau von Unternehmen, der Produktentwicklung und strategischer Vermarktung. Im Einsatz künstlicher Intelligenz sieht er enorme Potenziale zur Energieeinsparung und einen beachtlichen, kosteneffizienten Beitrag zur Nachhaltigkeit von Immobilien und zum Klimaschutz.

Carsten Kreutze | Geschäftsführer